Swiss PGA-Professional bringt Golf nach Uganda

Phil Jenkins ist Swiss PGA-Professional und Mental Performance Coach – und ein Golftrainer, der über den Sport hinauswirkt.

Geboren in England, lernte er das Profi-Geschäft unter European-Tour-Sieger Gary Emerson. Nach seiner Qualifikation 1997 arbeitete er unter anderem in Südafrika bei den renommierten Jamie Gough Golf Schools, leitete später den Rushmore Golf Club in England und ist seit 2010 in der Schweiz am Schloss Goldenberg tätig.

Sein Engagement in Uganda begann fast zufällig. Auf einem Roadtrip mit Freunden, darunter das Schweizer PGA-Mitglied Paul Cairns, stiess Jenkins in Fort Portal auf einen kleinen Golfplatz. Rund 30 Jugendliche spielten dort begeistert Golf – trotz fehlender Ausrüstung, alter Schläger, gebrauchter Bälle und nur drei Fahnen für neun Löcher. Beeindruckt von ihrem Enthusiasmus sammelten Jenkins und Cairns in der Schweiz Spenden, um die Jugendlichen mit Material zu unterstützen.

Jenkins legt beim Coaching grossen Wert auf Individualität. «Jeder Spieler ist anders, und jeder braucht ein Programm, das seine Stärken unterstützt», sagt er. Techniktraining kombiniert er mit mentalem Coaching, um sportliche wie persönliche Entwicklung zu fördern. Besonders beeindruckt ihn, dass einige der ugandischen Jugendlichen den Sprung zu erfolgreichen Amateur- und Profispielern schafften. Ronald Rugamyo etwa ist der erste Ugander, der den Cut bei einem DP-World-Tour-Event überstand.

Golf in Uganda steckt noch in den Anfängen. Es gibt nur zwölf Golfplätze im Land, und viele Jugendliche haben aufgrund sozialer und wirtschaftlicher Barrieren keinen Zugang zum Sport. Die AFRIYEA Golf Academy in Fort Portal, gegründet 2020 von Isaiah Mwesige, hat bereits über 1.000 Kinder erreicht. Jenkins betont jedoch, dass technisches Training allein nicht ausreiche: «Viele junge Spieler haben Schwierigkeiten, mit Druck, Konzentration und Rückschlägen umzugehen. Mentales Training ist entscheidend, auf dem Platz und im Alltag.»

Seine Ziele für Uganda sind klar: Junge Spieler sollen emotionale Intelligenz und mentale Resilienz entwickeln, ihre schulischen Leistungen und sozialen Fähigkeiten verbessern und in einer unterstützenden Gemeinschaft zusammenwachsen. Ein Pilotprojekt soll bis 2027 rund 200 Jugendliche in Fort Portal erreichen und als Modell für weitere Regionen dienen.

Trotz begrenzter Mittel und logistischen Herausforderungen empfindet Jenkins die Arbeit in Uganda als besonders bereichernd. «Die Jugendlichen haben fast nichts, aber sie lieben Golf. Diese Einstellung prägt auch meine Arbeit mit Spielern aus privilegierten Verhältnissen.»